Arm trotz Arbeit - DIE LINKE kritisiert Billiglöhne
Anlässlich des Internationalen Frauentages klagt DIE LINKE die Lohnpolitik in Deutschland an, die zu einem Niedriglohnsektor geführt hat, in dem insbesondere Frauen von Armut bedroht sind. „Billiganbieter wie Schlecker und Co. nutzen die gesetzlichen Regelungen, um ihren Angestellten Dumpinglöhne zu zahlen“, sagt Bodo Ramelow, Vorsitzender der Fraktion DIE LINKE im Thüringer Landtag. Er wird am Montag an einer Aktion vor einer Schlecker-Filiale in Erfurt teilnehmen
Konzerne wie Schlecker hätten nur die eigene Gewinnmaximierung im Kopf – ob ihre Angestellten davon leben könnten, interessiere sie weniger. „Sie verlassen sich darauf, dass der Staat die Existenzabsicherung übernimmt“, kritisiert Bodo Ramelow. Im September 2009 waren allein in Thüringen sind 57.250 Menschen so genannte Aufstocker, das sind 32 Prozent aller Hartz-IV-Empfänger. „Das ist die Quittung für die Arbeitsmarktpolitik von Rot-Grün und Schwarz-Gelb.“ Wer den Markt dereguliere und gesetzliche Möglichkeiten zur Ausbeutung und Erpressung der Angestellten schaffe, dürfe sich nicht wundern, wenn diese von Konzernen und Firmen ausgenutzt würden.
Weniger effektiv wirkten die gesetzlichen Vorgaben, wenn es um die Herstellung von Gerechtigkeit gehe. Nach wie vor erhielten Frauen im bundesdeutschen Durchschnitt in den unteren und mittleren Gehaltsgruppen 22 bis 23 Prozent weniger Lohn als Männer, in den höheren Gehaltsgruppen seien es sogar 27 Prozent. Im Gegensatz zu Ländern wie Frankreich oder Kanada habe sich die Bundesrepublik bislang nicht um eine faire Bezahlung von Frauen gekümmert. „Wir brauchen eine breite gesellschaftliche Diskussion über die unterschiedliche Bewertung von weiblicher und männlicher Arbeit mit dem Ziel, z.B. Pflege- und Sozialberufe nicht mehr schlechter zu stellen als Arbeit an Maschinen“, sagt Ramelow. Nötig sei aber auch ein Gleichstellungsgesetz für die Privatwirtschaft.
„Wir kämpfen aber auch weiter an der Seite von Friseurinnen und Schlecker-Angestellten für höhere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen.“ Ziel für DIE LINKE sei es, dass Leiharbeit scharf begrenzt, gleich bezahlt und zusätzlich mit einem Flexibilitätszuschlag vergütet werde. Ebenso notwendig sei ein flächendeckender gesetzlicher Mindestlohn.
„Ich werde meine Solidarität mit den Schlecker-Frauen am Internationalen Frauentag
ab 11 Uhr vor der Schlecker-Filiale in der Johannesstraße in Erfurt bekunden“, kündigt der Fraktionsvorsitzende der LINKEN an. „Dies soll stellvertretend für alle Frauen geschehen, die von ihrer eigenen Arbeit nicht oder nur schlecht leben können.“